Naß-Gaswäscher-Technologie

Bei neugebauten oder sich in der Erweiterungsphase befindlichen Alu-Schmelzhüttenanlagen ist man mit von der Elektrolyseseite ausgehenden SO²-Emissionen befaßt. Tonerde vermag Schwefeloxide auf seiner Oberfläche zu adsorbieren. Wenn jedoch die eine Reaktion eingehende Tonerde in die Elektrolyse gespeist wird, wird SO² sofort wieder emittiert. Somit muß eine zusätzliche Eindämmungstechnologie eingebracht werden. Die sich hier anbietende Technik findet sich im Naß-Gaswäscher, bei dem Wasser zur Adsorption von SO² und ein Reagensmittel zur Neutralisierung der entstandenen schwefeligen Säure im Wasser verwendet werden.

Die Verringerung von SO²-Emissionen aus dem Elektrolyse-Ofenbetrieb ist nichts Neues. Sie ist auch kein ‚heißes’ Thema, da an einer Alu-Schmelzhütte im Vergleich zu den verschiedenen anderen Quellen in der unmittelbaren Nachbarschaft üblicherweise relativ wenig SO² ausgestoßen wird. 10% der weltweit operierenden Alu-Schmelzhütten verfügen über SO²-Emissionsbegrenzungseinrichtungen, wobei es sich dabei ausschließlich um auf dem Naß-Gaswäscher-Prozeß basierende Systeme handelt.

Danieli Corus hat zwei der größten Naß-Gaswäscher der Welt in Betrieb genommen. Zwei Naß-Gaswäscher zur SO²-Entsorgung waren in der Rauchgas-Aufbereitungsanlage als Teil der Alcoa St. Lawrence-Reduktionsanlage in Massena, N.Y., USA enthalten. Zu jener Zeit waren dies die größten je in einem Alu-Hüttenwerk gebauten Naß-Gaßwäscher. Man setzt dort calcinierte Soda (kristallwasserfreies Natriumkarbonat) als Reagensmittel ein, wobei es sich bei der abgehenden Flüssigkeit um eine Natriumsulfat-Lösung handelt. Offene Sprühtürme mit niedrigem Druckabfall bilden das Hauptelement der beiden Naß-Gaswäscher, die zur Handhabung eines jeglichen in Flüssigkeit enthaltenen Feststoffes ausgelegt sind.

Diese Art von Gaswäscher hat sich als sehr verläßlich erwiesen und wird weiterhin die treibende Kraft in der SO²-Wäsche im Alu-Hüttenwesen bleiben.